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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : aggressivität??



BubblesLabRott
07.07.2004, 13:46
hallo zusammen!

hier bei uns tuen sich im moment abgründe auf...bubbles ist ja eigentlich ein sehr freundlicher hund (zumindest habe ich ihn bisher nie anders erlebt)..aber in den letzten tagen kam es zu vorfällen, die ich mir lieber ersparrt hätte. einmal hat er mich gegen zwei betrunkene jugendliche verteidigt(was völlig okay war da sie auch durch mehrere warnungen und auch ausweichen meinerseits nicht abgelassen haben). nur vor zwei tagen ging ein älterer herr an uns vorbei, wieder nachts, ich habe ihm vom weiten zugerufen dass er nicht direkt auf mich zukommen soll (hatte selber angst, da er etwas angetrunken schien)..und was macht der depp?? geht direkt auf uns zu und greift in unsere richtung..ich hab bubbles grad noch so rübergezogen, aber geschnappt hat er trotzdem nach ihm :( dann wieder der leidige spruch "wo ist denn der maulkorb für den kampfhund" :mad: menno, ich bin mit den nerven fertig!! vorhin hat mir mein vater erzählt dass er heute morgen einen mann angebellt und angeknurrt hat..dass bubbles wenn mein vater oder mein freund mit ihm unterwegs sind (was relativ selten ist) öfter mal blonden mädchen hinterherläuft (und sie manchmal versucht anzuspringen :mad: ) weil er denkt dass ich es bin (meistens dreht er aber vorher ab wenn er merkt dass ich es nicht bin) haben wir mittlerweile akzeptiert und sind deswegen gewappnet...nur was ist aufeinmal mit ihm los??? ohne offensichtlichen grund reagiert er nun auch tagsüber wenn keine bedrohung besteht aggressiv auf andere eigentlich ja nur männer...

weiß jemand wovon das kommen kann??? wir haben ihn vorrige woche kastrieren lassen, aber dass diese aggressivität von schmerzen kommt ist relativ unwahrscheinlich denn erstens bekommt er schmerztabletten und zweitens sind es komischerweise ja nur männer...außerdem hat er tagsüber noch nie so reagiert wenn ich mit ihm unterwegs war..nur bei meinem vater und meinem freund...

jetzt hat er erstmal "maulkorbzwang" wenn jemand anderes außer ich mit ihm gehen muss weil ich mal nicht kann...ich versteh es einfach nicht..er lässt sich sonst von jedem angreifen (streicheln), auch von leuten mit hund...nur aufeinmal reagiert er so komisch.. :(

woher kann sein verhalten kommen????

Filou
07.07.2004, 13:50
Hallo,
wie alt ist bubbles?? Seit wann habt ihr ihn??
Mit ein wenig mehr über Deinen Hund im allgemeinen kann man leichter was dazu sagen.

LG
Martina

BubblesLabRott
07.07.2004, 15:00
@filou: wir haben in seit mitte februar, haben ihm aus einem tierheim geholt wo er als fundtier reinkam, vermittelt, aber wieder zurückgegeben wurde weil man dort nicht mit ihm klar kam. bei uns ist er aber eigentlich ein engel (außer dass er nur blödsinn im koppe hat :rolleyes: ). laut tierheim sollte er ca. 2001 geboren sein, aber anhand von gewicht und größeveränderungen meint unser tierarzt dass er jetzt ca zwischen 15 und 18 monaten alt sein müsste. laut tierheim sollte er kinderunfreundlich und nicht rüdenverträglich sein, hat sich aber alles nicht bestätigt. er liebt kinder über alles und spielt mit jedem hund. lässt sich von anderen hunden auch eigentlich überhaupt nicht provozieren. er bellt ganz ganz selten. ist sehr gelehrig, aber hat eben diese jugendlichen flausen im kopf..meine familie sagt immer dass der hund nur grütze im hirn hat (ist voll der kasper!)..ja, also wenn du noch was wissen möchtest, dann frag einfach..

bubbles+madlen

Filou
07.07.2004, 15:09
Hallo Madlen,

es kann durchaus möglich sein, daß er jetzt nach seiner "Aufwärmphase" ein altes Verhalten an den Tag legt. Vielleicht wurde er, bevor er zu Euch kam, von einem Mann schlecht behandelt. Außerdem ist in seinem Alter meistens die 2. Flegelphase, hatte meiner auch :D
Ich würde einen guten Trainer zu Rate ziehen, denn wenn ihr jetzt was falsch macht, wird es nur schlimmer.
Meine Kleine habe ich Ende Dezember 2003 bekommen, sie war am Anfang wirklich sehr brav und umso länger sie bei uns war/ist, kamen einige Macken zu Tage.

Wünsche Euch viel Glück und alles Gute

Martina

Maddog
07.07.2004, 21:47
Vielleicht hat er dein Verhalten bei den ersten beiden Fällen als positiv empfunden.
Ich bin auch ganz froh, wenn die Hunde Radau machen, wenn mir ein Betrunkener entgegen kommt. Ich bin sicher schon nervös wenn ich die Person von weitem sehe. Bellen die Hunde bin ich etwas erleichtert, da die Chance das der Typ noch näher kommt geringer ist.
Dadurch habe ich meinen Hunden unbewußt gelernt, das verbellen von Betrunkenen keine Konsequenzen hat. Sie spüren meine Unsicherheit.
So kann man seinem Hund beibringen das fremde Männer den Rudelchef nervös machen.
Könnte es das sein, bei mir ist es so.

lg Yve

BubblesLabRott
07.07.2004, 22:43
@maddog: es wäre eine möglichkeit, aber ich es ist auch eher unwahrscheinlich. bei beiden malen bekam er direkt ein aus! und ich hab versucht schnurstracks weiter gerade aus zu gehen..hatte ihn in beiden situationen zum glück bei fuß und auf der anderen seite der jeweiligen person, so dass ich ihn mit meinem bein zurückdrücken konnte. was mir eben an der ganzen sache zu denken gibt, dass es eigentlich fast nur bei meinem vater und meinem freund vorkommt. zumindest ohne erkennbaren grund. weder greifen die leute in die richtung des hundes, noch gehen sie aufs herrchen in dem moment zu. die zwei male bei mir wurden wir auf eine gewisse art und weise bedroht, das heißt es wurde bewusst provoziert. nur bei meinem vater und meinem freund geht es ohne motivation los. einfach im vorbeigehen. seit heute haben die beiden männer erstmal ausgangssperre was bubbles betrifft...er geht nur noch mit mir raus. denn bisher hat er da noch nie einfach "nur mal so" geschnappt..ich weiß aber echt nicht was los ist..kann es vielleicht was mit der rangordnung zu tun haben?? denn bubbles tanzt den beiden meistens ziemich auf der nase rum..platz, sitz und co. müssen da schon mehrmals genannt werden wenn sie denn überhaupt befolgt werden..bei mir geht das anstandslos. ein wort und er tut freudig was ich von ihm möchte.

madlen+bubbles

uschi101
08.07.2004, 08:39
@BubblesLabRott: das kenn ich.
Bei unserer Hündin hat das ca. mit 1 Jahr begonnen. Sie hat aufeinmal auf der Straße alle Männer angeknurrt und angebellt. Aber nur, wenn ich mit ihr unterwegs war, bei meinem Freund hat sie das nicht gemacht.
Leider ist es nicht wirklich besser geworden. Mit Leckerlis nicht, mit Schimpfen nicht. Laut Hundeschule ist das ein Rangordungsproblem: sie denkt, sie muß mich verteidigen, weil ich im Rudel nicht wirklich "über" ihr stehe. Deshalb gibts bei meinem Freund das Bellen und Knurren auch nicht.
Laut Hundeschule (das fuktioniert aber nicht wirklich), soll ich mich nach einmal knurren oder bellen bei ihr "bedanken" (streicheln) und dann den Befehl geben, daß sie aufhört (aus oder nein) und weitergehen.

Filou
08.07.2004, 08:44
@uschi
Eines verstehe ich nicht, wenn Du nach Aussage der Hundeschule rangmäßig unter Deiner Hündin stehst, wird sie einen Befehl von Dir (aus und weitergehen) auch nicht annehmen. Du hast ja selbst geschrieben, daß es nichts nützt. Kamen keine anderen Vorschläge?? ZB wenn es wirklich die Rangordnung ist, diese zu ändern??

LG
Martina

uschi101
08.07.2004, 09:02
wir müssen auch andere sachen üben. sie befolgt meine kommandos leider nicht immer. wir haben aber auch erfahren, daß sie probleme damit hat ein alpha-paar zu akzeptieren und nicht nur ein alpha-tier. das soll heissen, daß für die mein freund das alpha-tier ist und ich sollte eigentlich mit ihm das alpha-paar bilden, aber das ist sehr schwierig im nachhinein richtig zu stellen. vor allem war ich von anfang an nicht "streng" genug und mir fällt es eben schwer, daß ich IMMER auf dem kommando bestehen muß, damit sie es ausführt. muß auch an mir selber arbeiten!

Filou
08.07.2004, 09:04
ja, das mit der Konsequenz beim ausüben kenne ich nur zu gut (mein Mann :D ).

Ich wünsche Euch viel Glücl, daß es besser wird.

LG
Martina

Sally+Lenni
08.07.2004, 18:35
Sally ist der freundlichste und gutmütigste Hund, den ich mir hätte wünschen können. Aber wenn ich nachts (wenns finster ist) oder in den frühen Morgenstunden (wenn noch keiner auf der Straße ist) mit ihr gehe, bellt sie Männer an. Das hat ihr niemand beigebracht, sie hat auch nie ein schlechtes Erlebnis gehabt. Es sind hauptsächlich Männer die alleine gehen, plötzlich auftauchen und hauptsächlich in schlechter beleuchteten Seitengassen oder am Gürtel. Wenn z.B jemand vorm Zigarettenautomat steht und offensichtlich mit etwas beschäftigt ist, bellt sie nicht.

Ich denke, alleine dass es Nacht und dunkel ist, ruft in Tieren und Menschen eine Art Ur-Angst hervor. Diese Angst hatten berechtigterweise schon die Steinzeitmenschen und irgendwann nahmen sie sich dann Hunde, die ihre Höhlen und sie selbst bewachten. Tiere in freier Natur können auch nie sicher sein, dass sie nicht nachts von anderen Tieren gefressen werden. Manche Tiere jagen sogar nur nachts.

Was mich zeitweise ärgert ist, dass immer alles mit Dominanzproblemen erklärt werden soll. Möglich, dass es in manchen Fällen zutrifft aber in vielen anderen überhaupt nicht. Man sollte sich fragen, was passiert, wenn man einem Hund eine falsche Behandlung zukommen lässt, der Hund wird mit Sicherheit auch "falsch" darauf reagieren.

Ansonsten fällt mir noch was ein: Lenni war die ersten Wochen ein "absolut problemloser Hund". Alle waren begeistert was für ein sanfter, lieber, Folgsamer das ist. Manche Leute meinten sogar ich sollte Sally weggeben und mir ihn behalten. :mad: 4 Monate später hatte ich ein beißendes, bellendes, traumatisiertes Tier. In irgendeinem gescheiten Buch hatte ich mal gelesen, dass ein Hund erst nach 2 Wochen zeigt, wie er wirklich ist. Bei mir hat es 4 Monate gedauert. Seither nehme ich die ganzen Ratschläge irgendwelcher Spezialisten und Hundeschulen-Trainer nicht mehr so wirklich ernst und gehe eher nach meinem Gefühl. Schließlich bin ich die meiste Zeit mit meinem Hund zusammen und nicht Leute, die ihn 2mal pro Woche eine Stunde sehen.

Nach dem was du geschrieben hast glaube ich zwar nicht, dass sich dein Hund zum Problemfall entwicklen wird. Allerdings weißt du nicht, was er schon Negatives erlebt hat und es kann längere Zeit dauern bis du merkst was das sein könnte.

Quaxi
08.07.2004, 19:22
Hallo.
Meine hat auch eine Zeit lang alles auf der Straße "bedroht". Zum Teil auch, weil es ihr einfach Spaß gemacht hat und weil sie Erfolg hatte. (Ich bedrohe jemanden, der mir zu nahe kommt, er geht) Daher solltest du möglichst schnell dagegen vorgehen und ihr zeigen, dass du sie beschützt und nicht umgekehrt.
Ich habe das erreicht, indem ich mich in solchen Situationen zwischen sie und den Fremden gedrängt habe (also mit dem Rücken zum "Feind"), bzw. sie ein bischen abgedrängt habe. Kommt auf die Situation an (also darauf an, wie die Leute auf dich zukommen) Ich weiß, du denkst dir jetzt, dass das nicht geht, weil sie sich ja in die Leine legt. Aber einfach mal probieren, sie wird sicher sehr überrascht sein. Du mußt sie dabei natürlich eng an der Leine halten, dass sie nicht doch seitlich ausweichen kann.
Wenn ihr ohne größere Probleme vorbei kommt, sofort Loben (am besten auch mit Leckerli). Das ganze dauert sehr lange und du mußt sie bei jedem der vorbei geht loben.
Irgendwann klappt das ganze, wenn du gut und geduldig bist auch, wenn du nur mehr scharf nein sagst, oder noch besser, wenn du sie schon früh genug ablenkst (Schau mich an----> Leckerli)
Probiers mal aus!

Lg und viel Glück

martin
10.07.2004, 21:55
@Bubbles:

Vielleicht will er deinen Vater und deinen Freund verteidigen, weil die beiden niedriger in seiner Rangfolge stehen, als er? :confused:

Du schreibst: er hört nicht auf jedes Kommando sofort.
Wenn die beiden dem Hund eine freundliche, klare Rangfolge zeigen, wird es vielleicht besser, er könnte dann meinen, er müsse sie nicht mehr beschützen.
:o
Die letztbeschriebene Methode von Quaxi könnte vielleicht klappen.

Versuch beim Erziehen immer ruhig, selbstbewußt, konsequent und weisend zu sein.