PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aggressives Verhalten gegenüber Menschen und Hunden bei Neuhund



Pontia
11.12.2011, 23:05
Hallo!
Ich suche Rat bei meinem Problem. Es geht um Folgendes:


Vor 6 Wochen habe ich einen Hund aus dem Tierheim aufgenommen. Er war dort wohl sehr verträglich und auch mit Menschen war er sehr nett.
Hier ist das leider nicht der Fall.
Er hat in den 6 Wochen mehrmals versucht Menschen anzugreifen und auf andere Hunde versucht er zu 90% auch los zu gehen.


Tja also was tut man in so einem Fall? Kann mir hier jemand Tipps geben?


Danke schonmal,


Pontia

Gelöscht_39
11.12.2011, 23:27
Hallo,
ich bin ganz sicher keine Spezialistin, aber ein wenig erfahren in diesen Punkten.
Das wichtigste ist meiner Meinung nach, herauszufinden, warum er das tut.

Meiner hatte Angst vor Menschen, besonders vor Männern, die er auch auf der Straße ansprang, wobei er gezielt auf die Hände losging. Er hat allerdings nie gebissen. Das habe ich im Laufe der letzten 2 Jahre ganz gut in den Griff bekommen, wir waren unter Menschen (gezwungener Maßen, er ging mit ins Büro), wo er sich mit Menschen auseinander setzen konnte. Auf der Straße habe ich viel mit Leckerchen gearbeitet, ihn in entsprechendem Abstand setzen lassen und belohnt. Zuhause hat vor allem mein Mann ihn "bestochen", er hat ihm das Futter gegeben, auch Leckereien vom Tisch. Das hat gewirkt.

An der Leine ist er auch heute noch recht "ungestüm" oder ein Idiot, wie ich manchmal sage. Wobei er den anderen Hunde nichts tun will. Er ist frustriert. Er will Kontakt zu Hunden und darf nicht, das macht schon Stress und den lässt er halt durch Getöse und Gebrüll heraus. Er hat eine recht niedrige Frustrationstoleranz, das muss er erst lernen, aber es wird schon! Ich bin in der Hundeschule und bei einem Trainer, um daran zu arbeiten, das würde ich auch dringend empfehlen. Es macht auch Spaß, miteinander zu arbeiten.

Andere wollen viel Abstand. Ich kenne etliche Hunde, die ewig mit anderen im Zwinger waren und dann, wenn es sich endlich lohnte, ihre neuen Errungenschaften nicht mehr teilen wollten. Oder ganz unromantisch - sie verteidigen ihre Ressourcen. Auch das kenne ich von meinem. Wenn er unsicher war, Veränderungen stattfanden, hat er alle Hunde von mir weggebissen. Es dauerte recht lange, bis er sich einigermaßen sicher war.

Gelöscht_29
12.12.2011, 07:43
setze dich mit einem erfahrenen trainer in verbindung und lass den hund anschauen, von wo bist du?
ferndiagnosen sind in deinem fall gefährlich und auch nicht möglich;)

Druzba
12.12.2011, 07:46
das wollt ich auch grad schreiben!

und ein paar zusätzliche infos wären auch hilfreich: alter, rasse, geschlecht, wie lang im tierheim, was heisst "er greift an"? etc.

Sticha Georg
12.12.2011, 08:49
setze dich mit einem erfahrenen trainer in verbindung und lass den hund anschauen, von wo bist du?
ferndiagnosen sind in deinem fall gefährlich und auch nicht möglich;)

DANKE Petra ...................... die einzig richtige Antwort

puppimaus
12.12.2011, 10:55
willkommen im club !:)
der tip mit trainer/in ist völlig ok ! ich würd dir www.denktier.at empfehlen, die ist für solche hunde spitze ! spreche aus eigener erfahrung, auch bei meinem war es so.
wenn sie dann halbwegs "angekommen" sind, kommt der ganze stress, frust etc raus und das ist dann oft das ergebnis.
mangelerscheinungen (zb magnesium, vit b, vit c etc) aufgrund des enormen stresses machen auch viel aus.
falsches futter fördert aggressionen, tryptophanzufuhr ist notwendig (bananen etc).
traumata könnten in diesem fall auch ein thema sein, da helfen bachblüten sehr gut.
nicht aufgeben, mit viel geduld kriegst dann dafür einen tollen hund !

Sticha Georg
12.12.2011, 13:14
willkommen im club !:)
der tip mit trainer/in ist völlig ok ! ich würd dir www.denktier.at empfehlen, die ist für solche hunde spitze ! spreche aus eigener erfahrung, auch bei meinem war es so.
wenn sie dann halbwegs "angekommen" sind, kommt der ganze stress, frust etc raus und das ist dann oft das ergebnis.
mangelerscheinungen (zb magnesium, vit b, vit c etc) aufgrund des enormen stresses machen auch viel aus.
falsches futter fördert aggressionen, tryptophanzufuhr ist notwendig (bananen etc).
traumata könnten in diesem fall auch ein thema sein, da helfen bachblüten sehr gut.
nicht aufgeben, mit viel geduld kriegst dann dafür einen tollen hund !

Wenn man sich deine Probleme mit dem Hund im anderen Thema durchliest, frage ich mich ob du entweder sinnlos oder einfach nur zu kurz dort trainiert hast. Sorry für meine Ehrlichkeit. :cool:

Pontia
12.12.2011, 16:43
@Meli71:
Ich wüsste nicht, dass es hier Hundetrainer gibt. Ich wohne im Norden Spaniens.

@Druzba:
Er ist ein 5 jähriger Schäferhund-Mastiff Mischling. Im Tierheim war er 5 Monate. Angreifen heisst, bei Menschen bellt er und will drauf los gehen, aber natürlich halte ich ihn kurz. Bei Hunden beisst er nur dann zu, wenn die anderen Hunde wirklich auf ihn los gehen. Die meisten Hunde halten aber etwas Abstand, sodass er da nicht dran kommt. Da kann ich also nicht sagen wie weit er gehen würde.

puppimaus
12.12.2011, 19:18
Wenn man sich deine Probleme mit dem Hund im anderen Thema durchliest, frage ich mich ob du entweder sinnlos oder einfach nur zu kurz dort trainiert hast. Sorry für meine Ehrlichkeit. :cool:

so, jetzt mal zeit hab
hab mit deiner "ehrlichkeit" keine probleme, finde es aber nett, daß ich anscheinend für dich so interessant bin, daß du dir über meine "probleme" gedanken machst.
als trainer weisst du sicher, daß es nicht bei allen hunden von heute auf morgen geht.
uns hat mein erster trainer, der mir als guter trainer empfohlen wurde, leider mehr geschadet als geholfen. nein, er war mir nicht unsympathisch, aber leider hat halt seine art für meinen hund so gar nicht gepaßt, der enderfolg war ein um etliches noch aggressiverer hund als vorher. das war so schlimm, daß ich mich mit hund schon fast nicht mehr hinaus getraut habe.
DAS war ein problem.
dann bekam ich den tip mit brigid, der war für uns gold wert ! die hat uns beiden den richtigen weg gewiesen, der für siroko super passt.
ob wir jetzt am platz bei brigid "trainieren" oder in der pampa, ist letztendlich doch egal, hauptsache wir tun es.
ich bin wieder ganz entspannt, es macht uns beiden spaß und ich habe alle geduld der welt für meinen hund. ich seh darin kein problem mehr (natürlich ansichtssache), wir machen unsere fortschritte und hund gehts gut dabei.
das ist für mich das allerwichtigste !

Gelöscht_29
12.12.2011, 19:56
@Meli71:
Ich wüsste nicht, dass es hier Hundetrainer gibt. Ich wohne im Norden Spaniens.

@Druzba:
Er ist ein 5 jähriger Schäferhund-Mastiff Mischling. Im Tierheim war er 5 Monate. Angreifen heisst, bei Menschen bellt er und will drauf los gehen, aber natürlich halte ich ihn kurz. Bei Hunden beisst er nur dann zu, wenn die anderen Hunde wirklich auf ihn los gehen. Die meisten Hunde halten aber etwas Abstand, sodass er da nicht dran kommt. Da kann ich also nicht sagen wie weit er gehen würde.

gibs in spanien gar KEINE trainer???? bist du auf facebook, da findest vielleicht wen vor ort, der dir helfen kann, sonst ist es wirklich schwer, es klingt vielleicht wirklich schon abgedroschen, aber bei den "falschen" tipps kanns noch schlimmer werden das verhalten:(

Gelöscht_39
13.12.2011, 11:41
Ist es möglich, mit den Mitarbeitern des Tierheimes zu sprechen? Vielleicht können diese dir Tipps geben, sie kennen den Hund ja gut.
Was ich auf alle Fälle empfehln kann, dazu braucht es keinen Trainer: Maulkorb. Wenn du weißt, dass dein Hund niemandem weh tun kann, wirst du selbst und wahrscheinlich auch dein Hund ruhiger. Und Maulkorbtraining ist immer gut.

Pontia
13.12.2011, 19:15
@Meli71:
Es gibt hier Menschen bei denen man Schutzhunde oder Jagdhunde mieten oder kaufen kann. Aber was soll mir so jemand bei meinem Problem helfen können?

@fritzi66:
Das habe ich bereits gemacht, aber das Tierheim hat mir lediglich geantwortet, dass er Zeit braucht.
Das Dumme an einem Maulkorb ist, dass er sich dann nicht mehr wehren kann, wenn ihn andere Hunde angreifen und das geht ja nun mal gar nicht.

Gelöscht_39
13.12.2011, 20:58
Das Dumme an einem Maulkorb ist, dass er sich dann nicht mehr wehren kann, wenn ihn andere Hunde angreifen und das geht ja nun mal gar nicht.

Wenn das so häufig vorkommt, dass er angegriffen wird, hat er aber einen guten Grund, aggressiv zu sein. Da wirst du dir mit dem Ruhiger-werden schwer tun.

Nachdem hier nur auf Trainer verwiesen wird, schicke ich dir eine PN mit einer anderen forums-adresse, wo es nur um aggressive Hunde geht. Vielleicht bekommst du dort mehr Hilfe.

Alles Gute!!

jump
13.12.2011, 21:32
Würde mich wundern, wenn es in ganz Nordspanien keinen guten Trainer gibt, gibt ja auch viele Orgas und so, ich würde dort mal nachfragen...
Ferndiagnosen bringen dir in dem Fall garnichts, du brauchst einen Profi der mit dir arbeitet! Bis dahin Hundekontakt soweit es geht meiden, und Maulkorb rauf! Sicher ist es krass, wenn dein Hund angegriffen wird, aber wenn er sich wehrt macht das die Sache nicht besser, dann hast du 2 ineinander verbissene Hunde die du trennen musst! Das hilft keinem.

Es ist nicht unüblich, dass Hunde in Tierheimen oder Tötungsstationen ein völlig anderes Verhalten an den Tag legen, als es ihrem Naturell enstpricht. Sowas zeigt sich erst nach Wochen oder Monaten.

Shariye
05.01.2012, 14:56
Hallo,

ich bin zwar kein Trainer oder so und sicher auch kein Hundeprofi. Mir ist jedoch so ziemlich das gleiche passiert. Hund aus dem Tierheim und plötzlich wirklich einen schlimmen Pöbler an der Leine. Ich habe ihn seit 6,5 Jahren und bin von allem angreifen auf nur noch große schwarze Hunde runter gekommen.

Mein Rat an dich wäre auch dringend einen Maulkorb und einen guten Trainer zu suchen. Es gibt da leider viel das sich nur Hundeflüsterer schimpft und dennoch nicht viel Ahnung hat und mehr schadet als hilft. Sie da genau hin ob es DIR mit dem Training besser geht - der Hund folgt nach meiner Erfahrung deiner Einstellung / Stimmung.

Da aber das Training immer dauert und du dir dazwischen auch irgendwie helfen musst würde ich dir ZOS (Zielobjektsuche) oder ähnliches ans Herz legen. Das lastet den Hund auch in der Wohnung gut und sie gewinnen Selbstvertrauen und mehr Bindung zu dir.

Mir gings damals leider so, dass ich durch die vielen negativen Erlebnisse mit dem Hund lange brauchte um ihn dann - trotz aller Liebe - auch wirklich als "meinen" Hund zu sehen. Ich hätte es mir als Ausgleich mit lustigen Situationen wie Tricktraining oder eben ZOS leichter machen können. Macht wirklich viel Spass und du lernst den Rabauken wieder von einer neuen Seite kennen und lieben:)

Liebe Grüße

camillo434
05.01.2012, 15:31
Hallo Ponita,
er könnte ein Angstbeißer sein oder auch versuchen, dich zu verteidigen. Ich würde ihn mit Maulkorb in einem großen wenn möglich eingezäunten Gebiet frei laufen lassen, sodass er die Möglichkeit zur freien Bewegung hat und einen für ihn akzeptablen Abstand im Fall von Angst einhalten kann. Jedenfalls: Leine weg! Idealerweise suchst du dir Begleitpersonen mit friedlichen Hunden, damit deiner merkt, dass die anderen durchaus lieb sein können. Wenn du das mit erfahrenen Hundeleuten machst, geben die dir vorort genügend Tipps, wenn sie den Hund "in Action" erleben.
Hilfreich ist auch, wenn du vermehrt in Gebiete gehst, wo sich mehrere Hunde und Menschen aufhalten, und dich nicht in einsame Gebiete zurückziehst, denn dann wird das Problem eher verstärkt, falls du dann doch Fremden begegnest.

Zum Thema Maulkorb: Falls sich ein anderer Hund seinen Pöbeleien nicht gefallen lasst, ist Gegenwehr u.U. auch für deinen Hund ein Ende des permanenten Angriffs. Dein Hund lernt (wieder), sich in Hundegesellschaft sozial zu verhalten. Und wenn der sich verteidigende Hund keinen Gegenschmerz fühlt, fällt die Verletzung (falls er tatsächlich gebissen werden sollte) auch relativ gimpflich aus. Aber wie oben gesagt würde ich die ersten Begegnungen mit ausgewählten friedlichen Hunden machen.

Wäre nett, wenn du mir rückmeldest, was du für deinen Hund als passend empfindest und was nicht.

LG, HannaH